|
Bericht und Bilder: Reinhard Schloderer
Bau einer neuen Trix-Express-Anlage 1. Teil
--> zum 2. Teil
Da ich ein neues Kinderzimmer brauchte, musste meine „alte“ starre Anlage in ein anderes Zimmer verlegt werden. Da sie noch im Rohbau war, das neue Zimmer etwas kleiner ist und ich jede Menge neuer Ideen hatte, beschloss ich einen Neubau. Weil ich nicht irgendwann dasselbe Problem wieder haben wollte, sollte es dieses Mal eine flexible, teilbare Anlage sein. Die Prämisse war ein problem-loser Auf- und Abbau, ohne an einen festen Platz gebunden zu sein. Eine klassische Modulanlage wollte ich nicht, darum entschied ich mich für einen Mix aus starrer Plattenanlage und flexibler Modulanlage. So begann ich nach den Maßen des neuen Zimmers (4,40 m x 3,50 m) mit der Planung. Entstanden ist eine Zimmeranlage in U-Form aus vier Teilen, jedes ca. 3 m² groß und somit leicht von zwei Personen zu tragen.

Über eine Digitalisierung machte ich mir zwar Gedanken, kam aber relativ schnell wieder davon ab. Einer der Hauptgründe waren natürlich die Kosten, die sich bei einer Anlage mit rund 12 m² und einem Fuhrpark von etwa 100 Garnituren auf etwa 10.000 € belaufen hätten. Zudem gehört die Elektronik nicht zu meinen Stärken, diese liegen eindeutig in den Rohbauarbeiten, wobei mir natürlich mein Beruf (Schreinermeister) sehr entgegen kommt. Aus diesen Gründen wird die Anlage analog, aber dennoch komfortabel gesteuert. Ein im Rahmen eingebautes Steuer- und Schaltpult lässt sich für den Fahrbetrieb ausziehen. Eine Relais-Blockschaltung, Brems- Anfahr- und Aufenthalts- schalter sollen einen realistischen Fahrbetrieb ermöglichen.

Nicht ganz einfach dürfte die Verkabelung werden. Unter Modul 1 läuft die gesamte Verkabelung zusammen. Von dort aus gehen drei 25-adrige Kabel zum Stellpult und je eins zu den anderen Modulen. Alle Kabel sind mit PC-Steckern versehen, so dass jedes einzelne Modul sowie das Stellpult problemlos getrennt werden können. Eine weitere Besonderheit ist die zweispurige Hauptstrecke. Dort wird komplett auf Gleise mit Radius 1 verzichtet. Innenspur ist Radius 2, die Außenspur somit Radius 3. Dieser wird aus Flexgleisen parallel zu Radius 2 verlegt.

[Die Anleitung zum Bau dieser Flexgleise wurde hier ausgegliedert und in einem gesonderten Bericht unter “Basteleien” eingestellt. Red.]
Durch negative Erfahrungen bei meiner alten Anlage wurde bei der Planung bewusst auf Kreuzungs- und Bogenweichen verzichtet. Bei den normalen Weichen haben mich schon immer die klobigen, lauten Antriebe gestört. Aus diesem Grund machte ich verschiedene Versuche mit Unterflurantrieben. Gelandet bin ich letztendlich bei Conrad. Diese Antriebe lassen sich leicht einbauen, funktionieren gut und auch der Preis mit ca. 5 € ist in Ordnung. Nicht ganz einfach ist dagegen das Abschneiden der alten Antriebe. Mit meiner Schreiner-Formatkreissäge war aber auch das kein Problem.


Der Rohbau von Modul 1 mit Gleiswendel sowie integriertem Stellpult ist bereits fertig. Mit Modul 2 werde ich kommenden Winter beginnen. Geplant ist, jeden folgenden Winter ein weiteres Modul zu bauen.
Hier noch weitere Bilder von Modul 1.







zurück nach oben zurück zu Private Anlagen
Bau einer neuen Trix-Express-Anlage 2. Teil
Mit etwas Verspätung stelle ich wie angekündigt den zweiten Bauabschnitt meiner neuen Anlage vor. Mittlerweile stehen die ersten beiden Module an ihrem vorgesehenen Platz im neuen Eisenbahnzimmer. Dass ich den beabsichtigten Zeitplan nicht ganz einhalten konnte lag an zwei Punkten. Zum einen zwang mich ein Unfall zu einer längeren Pause, zum anderen hatte ich Probleme mit meinen alten Vitrinen. Da ich bei meinem neuen Eisenbahnzimmer kleinere Platzverhältnisse habe und alle vier Wände entweder mit einem Fenster, einer Türe oder eben der Anlage verstellt sind, passten meine alten Einzelvitrinen nicht mehr so, wie ich mir das vorstellte. Außerdem störte mich bei meinen alten Einzelvitrinen das übliche Problem mit den Zuglängen. Wer seine Zuggarnituren in Vitrinen aufbewahrt, weiß, wovon ich spreche. Ein Zug ist zu lang, der andere dagegen zu kurz. Selten, dass eine Vitrine gleichmäßig mit exakt gleich langen Zuggarnituren gefüllt werden kann. Ein weiteres Problem war die schlechte Zugänglichkeit der Vitrinen, da sie direkt unter der Decke und über der Anlage platziert werden mussten. Aus diesen Gründen entschied ich mich für einen Neubau meiner Vitrinen. Diese musste ich so gestalten, dass ich die beschriebenen Probleme weitestgehend vermeiden konnte. Entstanden ist eine über zwei Wände durchgängige Vitrine mit einem runden Eckteil. Dieses ist mit Plexiglas bestückt. Die restlichen Teile sind mit Glasscheiben ausgestattet. Zusätzlich wurde durchgängig eine Laufspurnut eingefräst. Diese erspart mir das Einlegen von Schienen und entlastet den Federdruck der Mittelschleifer an den Lokomotiven. So ist es mir nun möglich eine Zuggarnitur unabhängig von ihrer Länge von einer Zimmerecke in die andere zu schieben. Die Gesamtlänge dieser Vitrine ist über sieben Meter. Des Weiteren baute ich noch eine Vitrine mit 2,75 m (aus zwei alten Einzelvitrinen) und zwei mit 0,9 m. Alle Vitrinen haben sieben Ebenen.




Und nun zum zweiten Bauabschnitt. Auf diesem Modul entsteht der Hauptteil des Bahnhofsbereiches und der angrenzende Stadtkern mit Hauptbahnhofsgebäude, Kirche, Rathausplatz usw. Gegenüber der fünfgleisigen Durchgangsstrecke befinden sich noch fünf Abstellgleise. Drei davon enden in einem kleinen Lokschuppen, an den anderen beiden ist eine kleine Bekohlungsanlage, ein Wasserturm und eventuell eine Dieseltankstelle geplant. Auch die Trassenführung der dorthin führenden Straße ist bereits errichtet.



Der Blickfang dieses Moduls ist die zweiteilige Stahlbrücke auf Steinsockel mit integrierten Stützmauern und Tunnelportalen. Da diese von gleicher Bauart und Farbe sein sollten und so nicht als Bausätze erhältlich waren, musste ich mir diese selbst bauen. Hierzu verwendete ich 8 mm Sperrholzplatten. Aus diesen baute ich alle Teile. Anschließend überzog ich die gesamten Flächen mit Rigips-Fugenspachtel (hatte ich noch vom Dachausbau über), ließ sie dann einen Tag lang trocknen und ritzte mit einem kleinen Schraubenzieher die Maueroptik ein. Gefärbt wurde in mehreren Arbeitsschritten mit handelsüblichen, unterschiedlichen Abtönfarben mit Wischtechnik. Danach mit seidenmattem Klarlack aus der Sprühdose leicht überlackiert. Die Stahlbrücken sind aus Metall von der Firma Hauck.



Als nächstes steht jetzt die Verkabelung dieses Moduls an, was wieder einige Zeit in Anspruch nehmen wird, ohne dass man großartige Fortschritte erkennen kann. Ich hoffe, dass mir im kommenden Winter nichts dazwischen kommt und ich Modul 3 in Angriff nehmen kann. Zum Schluss noch ein paar Bilder.




Nach Fertigstellung von Modul 3 gibt es einen weiteren Bericht mit Bildern. Für Fragen oder Anregungen stehe ich gerne zu Verfügung. Kontaktaufnahme bitte über den Webmaster.
zurück nach oben zurück zu Private Anlagen
|